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Indien

Indien-KarteGeopolitisch gesehen ist das heutige Indien mit einer Milliarde Menschen nach China das bevölkerungsreichste Land der Welt. Bei einer Gesamtfläche von 748 Mio. km2 erstreckt sich dieses Land im Nahen Osten des Kontinents Asien, vom Karakorumgebirge im Norden bis hin nach Kap Komorin am südlichsten Ende des so genannten indischen Subkontinents, und zwischen dem heutigen Pakistan im Westen und Myanmar an der Ostseite.
Bei dieser geografischen Größe kann man nur leicht erahnen, welche Vielfalt an klimatischen Bedingungen, geografischen und kulturellen Eigenheiten den Besucher dieses Landes erwarten. Vom Eis in den Gletschergebieten des Himalaja bis hinunter zu tropischen Wäldern im Süden des Landes, in Kerala. Von der Wüste Rajastans bis zu überfluteten Landstrichen in Bengalen. Im Lande Bharata-varsa, wie Indien von den Einheimischen und in den geschichtlichen Aufzeichnungen bezeichnet wird, gibt es heute18 Haupt- und Regionalsprachen, die von der Verfassung anerkannt sind. Hindi und Englisch gelten neben der jeweiligen Landessprache als offizielle Amtssprachen. Nimmt man noch die verschiedenen Dialekte in Einbetracht, so gibt es 1652 Sprachen und Dialekte.

Geschichte ab den 5 Jh. v. Chr.


Die neuere Geschichte Indiens ist sehr eng verbunden mit dem weltberühmten Namen Mahatma Gandhis. Er führte den so genannten "gewaltlosen Widerstand" gegen die englischen Besetzter. Nach ca. "100" Jahren Kolonialzeit unter den Engländern und der damit verbundenen sozialen und materiellen Ausbeutung, wurde Indien 1947 unabhängig. Kurze Zeit darauf wurde das Land in zwei politische Einheiten, Indien und Pakistan aufgeteilt. Nach einem neuerlichen Krieg wurde dann Pakistan wiederum in Ostpakistan, oder Bangladesh, und Westpakistan, das heutige Pakistan, aufgeteilt.
So wie das heute oft als Kriegsgrund genannt wird und trotz all der Bemühungen Gandhis und seiner politischen Helfer, konnten sich die Hindus und Muslime Indiens aufgrund verschiedener religiöser Bekenntnis nicht darauf einigen, in einem Land zusammen zu leben. Das friedliche Nebeneinanderleben der in Indien gebliebenen Muslime, mit den Hindu, Buddhisten und Angehörigen anderer Religionen zeigt jedoch, dass sich damals bei diesem Streit viel mehr um einen politischen Trick, als um religiöse Intoleranz, gehandelt haben muss. Auch bei den neueren Auseinandersetzungen, vor allem in Kashmir, waren es niemals die gläubigen Nachbarn, die sich gegeneinander gestellt haben. Die Unruhe- und Kriegstifter handelten immer unter Leitung von politischen Kräften des Umfeldes.

TajmahalDie Tatsache, dass es heute muslimische Bevölkerung in Indien gibt, ist auf die Eroberungszüge muslimischer Heerführer aus der Türkei und dem Afghanistan im 11. und 12. Jh. n. Chr zurückzuführen. Im 13. Jh. n. Chr. wurde das Sultanat von Delhi errichtet und in dem Zeitraum vom 16. bis zum 18. Jh. konnte das Mogulreich bestehen bleiben. Ab Mitte des 18. Jh. fing dann die militärische Eroberung Indiens durch die Ostindienkompanie der englischen Krone an. Zu Zeiten der muslimischen Herrschaft wurden Einheimische durch politische Vergünstigungsangebote und manchmal auch durch Druck dazu bewegt, den muslimischen Glauben anzunehmen. Auf diese Weise prägten die Araber Indien sowohl auf politischer, als auch auf religiöser Ebene. Der Einfluss der Engländer beschränkte sich mehr auf wirtschaftlich politische Interessen, obwohl es auch zu Missionstätigkeiten der Kirche in dieser Zeit kam.



bodh-gayaWeiter in der Geschichte Indiens zurückgehend, kommen wir zum 3 Jh. v. Chr. und zur Herrschaftszeit des Kaiser Asoka. Dieser Kaiser war sehr der Lehre Buddhas zugetan. Aufgrund seiner Förderung und Sympathie breitete sich der Buddhismus zuerst über den indischen Subkontinent aus und später auch über die Grenzen hinweg, in viele Länder Asiens, wie Tibet, China, Japan und Südostasien. Auf diese Weise wurde Buddhismus auch zu einer Weltreligion. Buddha, der Erleuchtete, wurde als Siddharta Gautama im Jahre 560 v. Chr. als Sohn eines Fürsten im heutigen Bundesstaat Indiens, Bihar, geboren.


Mary-ChurchNeben den hinterlassenen Spuren dieser Einflüsse, findet man in Indien weitere Richtungen religiösen Glaubens und kultureller Prägung, die bis heute zwar eine untergeordnete, aber doch bemerkbare Rolle spielen. Das sind vor allem Jainismus und Sikhismus, als Lehren zweier in Indien geborener Reformatoren. Der Anteil der Christen in Indien beträgt 3,5% der Gesamtbevölkerung. Es war der Heilige Apostel Thomas, der die Botschaft des Jesus von Nazareth nach Indien im 1. Jh. n. Chr. brachte. Somit erreichte die christliche Lehre Indien, noch bevor sie nach Europa gebracht wurde. Im 16. Jh. kam es dann noch mal zu einer Welle gewaltsamer Missionierung unter dem Banner der katholischen Kirche, ausgehend von Goa, wo die Portugiesen an indisches Land gingen und dort ihr Einflussgebiet errichten konnten. Die Geschichtsschreibung führt noch die Aufzeichnung über den Eroberungszug Alexander des Großen, der einige Teile Nordindiens erobern konnte.

Wenn man also Indien besucht, dann wird man all diese Einflüsse der vergangenen Jahrhunderte sehen und wahrnehmen können. Sowohl die moderne, westliche, als auch die örtliche Geschichtsschreibung sind sich, was die Ereignisse von der Geburt Buddhas bis zur Neuzeit betrifft, einig. Bei der Frage nach dem ursprünglichen Indien, nach der indischen Kultur und Religion zu den Zeiten Buddhas und davor, da trennt sich die moderne und allgemein öffentliche Lehrmeinung von der traditionellen und in den Hintergrund tretenden Überlieferung.

Wer beim Wort Indien hellhörig wird, und dabei nicht unbedingt in erster Linie an den großen Wirtschaftsraum, an die Atommacht, oder an das oben beschriebene Erscheinungsbild denkt, sondern vielmehr an das gewisse Indien, welches nicht in der modernen Geschichtsschreibung, die ja von Ägypten, über Babylon, dem persischen, jüdischen , römischen, griechischen bis hin zu den Reichen des Mittelalters und der Neuzeit, behandelt wird, der sollte wissen, dass er von etwas berührt wurde, was aus der eigentlichen indischen Tradition kommt, in Ihr aufbewahrt wird und durch sie immer mehr zu Vorschein kommt.

Die Ariertheorie

Die moderne wissenschaftliche Theorie von der Arierinvasion behauptet, dass Indien bis zum Eindringen der Arier - eines Volkes, über dessen genaue Herkunft nur spekuliert wird - von Nordwesten her, ein unkultiviertes Land war. Die vormals als Eingeborene angenommenen Draviden, sollen nach neuen Annahmen auch erst später in den Subkontinent vorgedrungen sein. Dieser Arier-Theorie zu Folge, soll sich so nach der Einwanderung der Arier auch die erste Kultur des Subkontinents entwickelt haben. Die noch heute erhalten gebliebenen epischen Werke, das Mahabharata und Ramayana,sollen angeblich aus der Zeit zwischen dem 10. und 6. Jh. v. Chr. stammen.

Somit bleibt die Frage nach der Kultur und dem Leben auf dem indischen Subkontinent, sofern man diese Theorien, die einzig und allein auf groben spekulativen Annahmen gründen und die ohnehin, weder archäologisch, noch sonst irgendwie bewiesen werden können, mit einem großen Fragezeichen versehen.

Die örtliche Geschichtsüberlieferung

Stellt man die Frage nach dem Ursprung und dem Charakter der indischen Kultur an die Tradition, an die mündliche und schriftliche Überlieferung innerhalb dieser Kultur, dann kann man eine verblüffend klare und sehr plausible Antwort bekommen. Die ganze Geschichte der indischen Kultur, oder um sie nun genauer zu nennen, der vedischen Kultur, ist begleitet von schriftlicher und mündlicher Überlieferung, den Veden. Aus der Tradition heraus werden die Veden, was übrigens Wissen heißt, als Mutter bezeichnet. Wenn es z.B. um die Frage nach dem Vater eines Kindes geht, dann kann die Mutter als einzige diese Frage mit Sicherheit beantworten. Eine Nachbarin hingegen kann nur Vermutungen treffen, wobei auch ihre Motive in Frage gestellt werden müssen. Bei dieser Frage nach dem Ursprung indisch vedischer Kultur, können wir uns also an die Nachbarin, an die moderne Wissenschaft und die öffentliche Lehrmeinung an den Universitäten im Westen und an den westlich geprägten Universitäten Indiens, oder an die Mutter, an die Veden selbst, wenden.


 
 
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